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2011/12/19 von Marilou Lavallée

Marilou Nº 3: "Pläne..."

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Marilou ist mit ihrer Energie, ihrer Begeisterung und ihrer Lebenslust der Wirbelwind des Teams. Sie ist jederzeit bereit Neues auszuprobieren und neue Richtungen einzuschlagen. Ihre positive Grundeinstellung hält sie geerdet und die Leute um sie herum scheinen das zu spüren und anscheinend auch zu mögen - so wie wir. Oder aber es sind die kleinen grünen Augen oder das riesengroße Lächeln, das sie verzaubert. Das ist der Grund, warum dieser Blog 100% Marilou gehört.

Meine liebste Beschäftigung: Pläne schmieden (und sie dann wieder aufs Neue ändern!)

Nur als Beispiel: vor noch nicht allzulanger Zeit hatte ich fest geplant zunächst für Oktober und November nach Brasilien zu fliegen, im Anschluss in New York die Weihnachtsbaum Saison mitzunehmen und danach für einige Monate nach Hawaii zu fliegen und das Leben so zu verbringen, wie man es am besten tut, nämlich mit Kitesurfen. 

Falls ihr meinen letzten Blogeintrag gelesen habt, dann wisst ihr, dass ich tatsächlich in Brasilien war. Hawaii liegt dagegen noch in zu weiter Entfernung, als dass ich drüber schreiben könnte, aber bzgl. New York sollte ich mich noch etwas erklären denke ich, denn mit Kiten hat es ja nicht viel am Hut. Aber es ist immerhin das Kiten, das mich dahin gebracht hat.

Die Sache mit den Weihnachtsbäumen.

Dieses Unterfangen besteht daraus im Dezember in den geschäftigen Straßen von New York Weihnachtsbäume zu verkaufen und den Trubel zu genießen - und glaubt es mir - davon gibt es viel! 

Man stelle sich vor: drei Kitesurfer verbringen Tag und Nacht mitten in Manhatten und alles was sie dabei haben, sind ein Wohnmobil und jede Menge duftende und - wenn man uns Verkäufer fragt - selbstverständlich wunderschöner Weihnachtsbäume.

Bisher hab ich es zwei Mal gemacht. Nach dem ersten Mal erzählte ich allen, dass ich es niemals - ich wiederhole niemals - wieder machen würde. Ich meine, man schläft für bis zu 30 Tage im Wohnmobil in einer zwar hippen, dafür aber auch sehr lauten Stadt, verbringt die Tage draußen egal ob es regnet oder schneit (die Sonne kann man dabei ganz außer Acht lassen) und abends springt man dann wieder ins Wohnmobil ohne zu duschen (diesen Luxus hat man vielleicht einmal in der Woche?).

Beim zweiten Mal luden mich meine Kitebuddies wieder dazu ein zwischen meinen Kitetrips in der Wärme etwas Geld in den Straßen von New York zu verdienen. Ich weiß wirklich nicht, warum ich es wieder gemacht habe, aber diesmal stellte sich heraus, dass es ganz anders war. 

Die Kunden erkannten mich wieder und waren total glücklich darüber. Ich bekam Einladungen zum Kaffee und Abendessen und sogar eine Mitgliedskarte zu einem noblen Fitness Center, in dem ich gleich ein paar HipHop Tanzstunden belegt hab. Es war super!

Darüber hinaus kam der nette Mann vom Sushistand nebenan, der sich wohl etwas in mich verschossen hatte (zumindest gehe ich davon aus), jeden Mittag vorbei und brachte mir eine warme Mahlzeit - bei den Minusgraden die Rettung.So war das Fazit vom zweiten Mal, dass ich es definitiv nochmals machen musste.

Auch wurde ich mit der Zeiteine „kleine Expertin“ auf meinem Gebiet. Man lernt ja schließlich ständig dazu. Ich könnte dir problemlos eine Fraser-Tanne der ersten Güteklasse oder eineweiche Douglasie für 200$ verkaufen und du würdest sie mir mit Kusshand abnehmen.

Wieder mal bin ich das einzige Mädchen im Team, also die Glückliche, auf die die Jungs etwas mehr Rücksicht nehmen. So arbeite ich meistens am Tag, wenn es nicht so gefährlich ist, während die Jungs die Nachtschichten übernahmen.

Sie bewachten die Bäume und auch das Wohnmobil, in dem ich schlief, was ich sehr schätzte und wodurch ich mich gleich viel sicherer fühlte.

Wenn nachts die Gitter vor die Geschäfte gezogen wurden, begann für sie der Spaß. Sie rannten Betrunkenen hinterher, die unsere Bäume stehlen oder drauf pinkeln wollen, aber natürlich hattees auch irgendwo seine guten Seiten. Sie sahen all die hübschen Mädchen, die aus den Bars kamen und konntensich all die Zeit, die nötig war, nehmen, um sie mit allen Künsten zu umgarnen. Dafür reichte meist schon die Bräune und der Strand-Style.

Was ich damit sagen willist, dass viel in den Straßen von New York passieren kann. In meinem ersten Jahr hab ich eines Tages nach dem Aufstehen gemerkt, dass der Typ von der Nachtschicht komplett neben sich stand (und ich meine wirklich komplett). Sie sagten mir, dass ich ihn besser hätte ins Krankenhaus bringen sollen (Ups!) und wir folgerten, dass der Kaffee, den ihm nachts jemand gegeben hatte, wohl mit ziemlich harten Drogen gepanscht war...

Der Verkauf der Weihnachtsbäume selbst ist dort also schon ein ganz schöner „Trip“ und genau deshalb wollte ich es wieder machen. Dieses Jahr war es mir wirklich sehr ernst damit und ich hab alles daran gesetzt, es in meinen Zeitplan hinein zu quetschen.

Leider hab ich vor ein paar Tagen herausgefunden, dass es dieses Jahr mit New York leider nichts wird.  Neeeeeeeeeiiiiiinnnnn! Aber das bringt mich zurück zu meinem ursprünglichen Thema: Pläne.

Das ist genau der Grund, warum ich ungern Pläne mache: sie ändern sich immer, aber auch wirklich immer wieder. Heute möchte ich etwas Land in Panama kaufen und dort eine Kiteschule (oder etwas anderes) aufbauen und morgen bin ich kurz davor einen Flug nach Indonesien zu buchen, um gewaltige Wellen zu bezwingen. Versteht ihr?

Deswegen hab ich für mich entschieden, dass Pläne meine kleinen Geheimnisse bleiben. Sie sind so etwas wie meine Träume, bzw. meine Hoffnungen und stehen meist in direkter Verbindung dazu, wie ich mich in dem Moment fühle. Darüber hinaus ändern sie sich ständig, weshalb es besser ist, wenn ich sie für mich behalte. Es muss fast schon frustrierend für jemanden sein, der versucht mir zu folgen oder meine Entscheidungen zu verstehen.

Die Moral von der Geschicht: Lebe den Moment. Nimm Pläne nicht als endgültig gegeben, sondern betrachte sie viel mehr als flexible Verbindung zwischen dir und deinen Zielen. Es ist okay, wenn sie sich verändern, denn das heißt nur, dass das Leben einen anderen Weg für dich bereit hält und du wirst herausfinden müssen, warum.
Genau weil das Leben manchmal andere Pläne für dich hat, ist es so schön Soul Surfer zu sein. Du  hast entschieden keinen Widerstand zu leisten und öffnest eine neue Tür, verfolgst eine neue Idee oder machst einen neuen Plan. Je nach dem, was sich für dich richtig anfühlt (und schon werde ich wieder etwas schnulzig... hihi)

Wir werden also sehen, wohin mich das Leben im Dezember bringt. Monat für Monat, oder besser noch, Tag für Tag.

xoxo,

Marilou


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