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2012/05/04 von Tim Kummerfeld

Tims Kummerkasten - Kiteloops

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Ein herzerfrischendes „Moin Moin“ und schönen guten Tach allerseits.
 Wer kennt es nicht – neue Tricks zu lernen bringt häufig nichts weiter als Kummer und Sorgen. Aber jetzt ist Schluss damit! Schreibt einfach eine E-Mail an kummerkasten@corenation.net und Tim Kummerfeld nimmt sich mit Profitipps der Sache an.

Alter Verwalter, da hab ich letztes Mal so laut rumgetönt von wegen Klimaerwärmung... und? Was hab ich davon? Eiskratzen muss ich! Und das auch noch am 17. April. Hätte ich mal bloß meinen Sabbel gehalten, dann wäre es jetzt bestimmt schon warm.

Aber ich will mich nicht immer beschweren, denn es gibt schlimmeres im Leben als das Eiskratzen. Zum Beispiel um 7 Uhr morgens bei 2 ° C Lufttemperatur in einen nassen Neo zu steigen, nur weil man in St. Peter-Ording noch das schöne Flachwasser ausnutzen will. Zumindest wird man dafür dementsprechend entlohnt, denn ich hatte die Woche um Ostern echt ein paar richtig geile Tage! Da hat sich doch glatt der Rost von den Gelenken gelöst.
Nur mit dem Filmen bei den Temperaturen ist es ja immer so eine Sache, denn wenn man sich selbst schon auf dem Wasser den A**** abfriert, ist es schwierig jemanden zu finden der Lust hat dabei auch noch herum zu stehen und die Kamera zu halten.

Trotzdem, die Mission war klar! In letzter Zeit gab es vermehrt Anfragen zum hooked-in Kiteloop, so zum Beispiel auch von George und Marc aus Down Under. Dann lasst uns mal loslegen! 

Für einen eingehakten Kiteloop sollte man schon gut angeblasen sein, oder zumindest einen kleinen Kite fahren. In dem kurzem Clip fahre ich den 9er GTS mit genug Druck, aber ganz ehrlich, normalerweise mache ich eingehakte Kiteloops sonst nur mit dem 7er bei richtig Hackwind. Denn das „A“ und „O“ ist, dass der Kite wieder rechtzeitig im Zenith steht um nach der fetten Querbeschleunigung wieder sanft abzufangen – aber dazu gleich mehr!

 

Nun geht’s los!

Erstmal fahre ich mit viel Speed an. Der Kite steht dabei ungefähr auf 11 Uhr, also etwas höher als beim normalen Big Air. Jetzt muss man richtig hart ankanten, um die maximale Leinenspannung zu erreichen. Zeitgleich mit dem Ankanten power ich die Bar voll an und drehe den Kite - quasi auf der Stelle - um ein paar Grad, damit er jetzt explosiv in die obere rechte Ecke des Windfenster fliegt, d.h. von 11 auf 13 Uhr.  Das gibt mir den maximalen Lift! Wenn man auf dem Video genau hinguckt, kann man erkennen, dass ich diesen Lift erstmal kurz „wirken“ lasse und während meiner Steigphase kurzzeitig keinen Lenkimpuls gebe. Erst dann power ich die Bar wieder voll an um den Kiteloop durchzuziehen.

Ich weiß es langweilt mittlerweile, aber ich muss trotzdem noch mal darauf eingehen: der Absprung ist bei jedem Sprung das Wichtigste überhaupt! Ohne einen guten Absprung wird auch dieser Trick nichts.

Fehlerquelle Nummer 1:
Viele Kiter loopen den Kite viel zu früh. Dadurch bekommt man keine Höhe, sondern wird nur nach vorne beschleunigt. Die Folge sind schöne Einschläge und eure Knie werden sich bedanken.

Fehlerquelle Nummer 2:
Der Kite wird aus Zurückhaltung nicht konsequent geloopt und die Bar bleibt nur halb angepowert genau wie der Lenkeinschlag auch nur halbherzig erfolgt. Die Folge ist, dass der Kite in einem zu weitem Radius loopt und damit viel zu lange braucht um wieder Richtung Zenith zu fliegen. Man stürzt hart ab.

Wie geht’s richtig?

Wenn ihr den Loop einleitet, zieht konsequent mit der hinteren Hand an der Bar und lasst die Bar gepowert am Körper. Sobald die Fronttube des Kites wieder nach oben zeigt fangt ihr an zu depowern. Dadurch fliegt der Kite noch etwas schneller in den Zenith und fängt euch auf. Gerade bei besonders hohen Kiteloops pendelt man dabei sogar etwas unter dem Kite durch. Sobald ihr dieses Gefühl bekommt, also sobald ihr merkt, dass ihr den Kite unterspringt, powert ihr wieder voll an und fliegt einen kleinen Kiteloop hinterher. Ob ihr dabei den Kite vorne oder hinten herum loopt ist reine Geschmackssache. Ich zum Beispiel fliege den großen Loop natürlich erst hinten herum und den zweiten „Auffangloop“ vorne herum. Dadurch ist der Sprung bei mir eine Transition. 

Wenn das Timing stimmt, macht ihr den zweiten Loop direkt über dem Kopf und er gibt euch noch mal wieder etwas Lift. Die Landung ist dann butterweich! Anfangs könnt ihr natürlich auch erstmal den zweiten Loop weglassen. Wenn ihr nicht ganz so hoch wart, reicht es auch den Kite kurz vor der Landung wieder in Fahrtrichtung zu lenken.

Ums noch mal kurz und knapp zu sagen:

Der Kiteloop ist kein schwerer Trick, er benötigt lediglich Überwindung. Übt mit 7-9 qm und genug Druck für hohe Sprünge. Hart ankanten, Kite explosiv nach hinten lenken - jetzt kurz warten bis ihr den Lift spürt und dann in einer flüssigen Bewegung den Kite loopen. Dabei die Bar eng eingeschlagen halten. Sobald der Kite nach oben fliegt etwas depowern, aber wieder anpowern sobald er im Zenith ist. Zum sanften Landen einen kleinen zweiten Loop über dem Kopf fliegen und dann lässig weiterfahren!

Bild: Lasse Schneppenheim

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